Informationen / Hinweise zur Durchführung 

Mittlerweile zählt in den Industrieländern die Legionellose zu den am häufigsten wasserassoziierten Infektionskrankheiten. Insbesondere bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen können sich daraus ernsthafte Gesundheitsschäden entwickeln.

Die Ursachen finden sich oft in hauseigenen Warmwasserversorgungsanlagen und Rohrleitungen. Während trübes, riechendes Wasser eindeutig eine Verunreinigung anzeigt, kann auch klares Wasser belastet sein. Aus diesem Grund besteht für Hauseigentümer die Verpflichtung, die Wasserqualität prüfen zu lassen. Die Zuständigkeit der Wasserversorgungsunternehmen endet in der Regel am Wasserzähler.

 

Ansteckung durch Legionellen

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die über das Kaltwasser in das Warmwassersytem eingebracht werden und sich dort bei optimalen 25 Grad bis 45 Grad vermehren können. Wird Wasser somit nicht ausreichend erhitzt, kann es zu einer Ausbreitung der Bakterien kommen. In geringen Mengen stellen sie in der Regel keine Gefahr für den Menschen dar, gelangen sie aber in die Lunge, können sie ernsthafte Gesundheitsschäden verursachen. Die Ansteckung erfolgt durch Einatmen erregerhaltiger lungengängiger Wassertröpfchen, sogenannter Aerosole, die in der Luft zerstäubt werden. Auch durch Aspiration von Leitungswasser beim Waschen oder Duschen, kann es zu einer Ansteckung kommen.

 

Ursachen für die Vermehrung von Legionellen

  • Zu geringe Temperaturen im erwärmten Trinkwasser. Legionellen sterben erst ab einer Temperatur von ca. 60 Grad
  • Zu hohe Temperaturen im eigentlich kalten Frischwasser

  • Stagnierendes Trinkwasser in den Rohrleitungen

  • Erhöhte Ablagerungen in der Warmwasserversorgungsanlage

 

Wie kommt der betroffene Anlagenbetreiber den gesetzlichen Pflichten nach?

 

Untersuchungspflicht

Der Betreiber muss sicherstellen, dass geeignete Entnahmestellen am Vorlauf und Rücklauf der Warmwasserversorgungsanlage vorhanden und gut zugänglich sind.

 

Die Probeentnahme erfolgt nach DIN EN ISO 19458 und darf nur durch einen zertifizierten Probenehmer erfolgen. Die eigentliche Untersuchung auf Legionellen darf ausschließlich von hierfür staatlich zugelassenen Laboren durchgeführt werden.

Wichtig ist hierbei die sachgerechte Probeentnahme, denn Fehler die hier auftreten, können später durch das Labor nicht mehr ausgeglichen werden.

 

Die Auswahl der Probeentnahmestellen richtet sich sowohl nach den Vorgaben des DVGW, als auch nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes.

 

Vor jeder Probeentnahme ist entweder eine Ortsbegehung durchzuführen, oder die Trinkwasserinstallation mit allen Steigleitungen und ggf. der Zirkulation muss aus einer gültigen Dokumentation ersichtlich sein.

 

Für eine orientierende Untersuchung sind folgende Probeentnahmen erforderlich:

  • Eine Probeentnahme am Austritt des Trinkwassererwärmers (Vorlauf)
  • Eine Probeentnahme am Eintritt in den Trinkwassererwärmer (Rücklauf)

  • Eine Probeentnahme pro Steigleitung an der am weitesten entfernten Wasserentnahmestelle

Nach der fachgerechten Probeentnahme müssen der Transport und Lagerung der Trinkwasserproben entsprechend Anhang B der DIN EN ISO 19458 erfolgen.

 

Im Labor wird die Trinkwasserprobe auf einen Nährboden gegeben, um festzustellen, wie stark sich die Legionellen vermehren. So lässt sich erkennen, ob ihr Anteil unbedenklich oder gesundheitsschädlich ist.

 

Ab einem Wert über 100 Legionellen-KBE pro 100 ml Trinkwasser sind Maßnahmen zur Reduktion einzuleiten (technischer Maßnahmewert), und es muss unverzüglich eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen.